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Tabak­erzeug­nis­ge­setz: Geplan­te Wer­be­ver­bo­te zemen­tie­ren bestehen­den Tabak­kon­sum und igno­rie­ren posi­ti­ves medi­zi­nisch-wis­sen­schaft­li­ches Urteil zur E‑Zigarette kom­plett

Hamburg, 29.05.2020. Am heutigen Freitag berät der Deutsche Bundestag in erster Lesung über die Neufassung des Tabakerzeugnisgesetzes. Ein wesentlicher Punkt darin ist die erhebliche Ausweitung der bestehenden Werbeverbote, die zeitlich gestaffelt künftig nicht nur Tabakerzeugnisse, sondern auch neuartige Produktalternativen umfassen sollen. So ist unter anderem geplant, dass Außenwerbung für E-Zigaretten in Deutschland ab 2024 verschwunden sein soll. Dabei betonen mittlerweile zahlreiche anerkannte Experten aus Medizin und Wissenschaft die Vorzüge der E-Zigarette bei der Rauchentwöhnung sowie deren deutlich geringeres gesundheitliches Risikopotenzial im Vergleich zu klassischen Tabakerzeugnissen – und fordern eine entsprechend differenzierte Risikokommunikation.

Michael Kaib, Sprecher des Vorstands der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH: „Die geplanten Verschärfungen in Bezug auf Tabakwerbung sind insbesondere mit Blick auf Werbeverbote für weniger gesundheitsschädliche Produkte eine herbe Enttäuschung. Aus unserer Sicht zementiert ein so massiver Eingriff den bestehenden Tabakkonsum und untergräbt berechtigte Ziele des gesundheitlichen Verbraucherschutzes. Wir kennen die Raucher gut. Die Vorstellung, mit undifferenzierten Verboten Verbraucherverhalten kurzfristig ändern zu können, ist aus gesundheitspolitischer Sicht sehr bedauerlich. Ohne verantwortungsbewusste Aufklärung – auch durch Werbung – bleiben erwachsenen Rauchern die anerkannten Vorteile vorhandener sowie zukünftiger Produktalternativen mit deutlich geringeren gesundheitlichen Risiken komplett verschlossen.“

 

Experten: Chancen der E-Zigaretten noch immer massiv unterschätzt

An diesem Mittwoch nahmen bis zu 800 Teilnehmer an einem Online-Symposium der Frankfurt University for Applied Sciences zum aktuellen Forschungsstand rund um die E-Zigarette teil. Das Fazit: Die Chancen der E-Zigarette für Raucherinnen und Raucher zur Rauchentwöhnung werden nicht nur in der allgemeinen, sondern selbst in der deutschen Fachöffentlichkeit nach wie vor massiv unterschätzt. Prof. Dr. Heino Stöver, Initiator der Fachtagung und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences: „Es ist in der Wissenschaft Konsens, dass Raucher mit dem Umstieg auf die E-Zigarette die Schadstoffaufnahme um bis zu 95 Prozent senken können. Die Chancen, die die E-Zigarette für die Rauchentwöhnung bietet, müssen auch die künftige Gesundheitspolitik bestimmen.“ Auch Dr. Ute Mons, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) betonte, dass sämtliche ihr bekannten Studien das Potenzial von E-Zigaretten bei der Tabakentwöhnung deutlich gezeigt hätten. Zudem kritisierte sie, dass die politische Unterstützung für den Forschungsansatz der Risikominimierung (Tobacco Harm Reduction) derzeit noch nicht ausreichend vorhanden sei. Auch Prof. Dr. Martin Storck, Direktor der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie am Städtischen Klinikum Karlsruhe, sprach sich für eine differenzierte Risikokommunikation an Raucher aus, die die Potenziale der E-Zigarette bei der Rauchentwöhnung explizit mit berücksichtige. Dr. Thomas Hering betonte als Lungenfacharzt zudem die differenzierte Rolle, die auch eine E-Zigarette für die Rauchentwöhnung bestimmter Patienten mit Atemwegserkrankungen spielen könne.

Dr. Thomas Nahde, Leiter des Bereiches Scientific Affairs & Scientific Engagement bei Reemtsma: „Die Ergebnisse dieses wissenschaftlichen Fach-Symposiums sind wirklich sehr zu begrüßen! Nur durch eine deutlich weniger emotional und viel stärker evidenzbasierte Diskussion wie diese können sich die Potenziale eines Tobacco Harm Reduction-Ansatzes für den einzelnen Raucher sowie für die Gesamtbevölkerung ernsthaft entfalten. Natürlich ist der absolute Rauchstopp für die Gesundheit immer noch die beste Alternative. Aber nicht alle erwachsenen Raucher können oder wollen mit dem Rauchen aufhören. Für sie gibt es jedoch Alternativen, die für sie selbst und für andere deutlich weniger schädlich sind. Das muss wissenschaftlich und gesundheitspolitisch viel stärker in den Fokus rücken.“

Dass nach wie vor in Deutschland ein sehr großes Unwissen über die Vorzüge von E-Zigaretten gegenüber herkömmlichen Tabakzigaretten besteht, hat in diesem Frühjahr auch eine Verbraucherumfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) offenbart. Demnach glaubt die Mehrheit der Befragten, dass E-Zigaretten mindestens genauso schädlich seien wie klassische Tabakzigaretten. Nur rund ein Viertel schätzte das gesundheitliche Risiko als eher oder viel niedriger ein.

 

Ende des deutschen Erfolgsmodells

Die geplante Ausweitung der Werbeverbote für Tabakerzeugnisse und neuartige Produkte wird vor allem mit mehr Jugendschutz begründet. Deutschland hat jedoch – trotz noch vorhandener Werbemöglichkeiten – in Europa seit vielen Jahren eine der niedrigsten Quoten jugendlicher Raucher überhaupt. Das zeigt deutlich: Der bisherige Mix aus Prävention, Aufklärung, ausgewogener Regulation und funktionierendem Jugendschutz war in Deutschland bis dato ein Erfolgsmodell. Gerade beim Thema Innovation im Zusammenhang mit weniger schädlichen Alternativen wie die E-Zigarette scheint die Bundesregierung diesen Vorsprung mit dem aktuellen Gesetzentwurf jedoch endgültig zu verspielen.

  

Über Reemtsma: Das Hamburger Traditionsunternehmen Reemtsma ist Teil der Imperial Brands PLC und zweitgrößtes Unternehmen im deutschen Tabakmarkt. Zum Markenportfolio gehören Marken wie JPS, Gauloises, Davidoff oder West. Reemtsma beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter an den Standorten Hamburg, Langenhagen (Werk) und Trossingen (Werk). Gegenüber Schutzbedürftigen, Konsumenten, seinen Mitarbeitern und der Gesellschaft trägt Reemtsma eine große Verantwortung, die über die Herstellung und Vermarktung seiner Produkte hinausgeht, und leistet einen Beitrag für ein vertrauensvolles und nachhaltiges Miteinander.

 

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