24.09.2018 Facts

Wis­sen­schaft­li­cher Dienst des Bun­des­ta­ges über Stu­di­en zum The­ma E-Ziga­ret­te

Um die Mitglieder des Bundestages in ihrer mandatsbezogenen Arbeit zu unterstützen, stellt der Wissenschaftliche Dienst relevante Fachinformationen für sie bereit. Aufgrund der aktuellen Diskussion um die Regulierung von E-Zigaretten und anderen alternativen Tabakprodukten hat der Wissenschaftliche Dienst mehrere Studien zur Kategorie E-Zigarette verglichen.

 

Der Bericht ist nicht nur für die Mitglieder des Bundestages verfügbar, sondern allgemein über deren Website zugänglich.

Betrachtet werden zwei Studien, die sich mit Risiken und Chancen der E-Zigarette befassen.

Neben einer Betrachtung von Aspekten wie geringere Schädlichkeit, Jugendschutz und Passivdampfen wird insbesondere die mangelnde Qualität und Faktenbasiertheit der Debatte zur E-Zigarette angeführt.

Hier eine Auswahl der Kernaussagen im Überblick:

1. Keine umfassende und objektive Information durch die Medien

 

Insbesondere die Studie des UKE bemängelt, dass eine negative Berichterstattung und das Ignorieren von Konsumierenden, die über einen Rauchstopp und gesundheitliche Verbesserungen berichten, möglicherweise zu einer ablehnenden Haltung in der deutschen Bevölkerung geführt haben.

Doch nicht nur die gesellschaftliche Akzeptanz, auch die Regulierung ist hiervon betroffen. Eine objektive Berichterstattung würde vor Augen führen, dass eine Regulierung zum Schutz von Nichtrauchern, Kindern und Jugendlichen wichtig ist, eine Regulierung, die den Markt verschließt und zerstört, jedoch nicht.

 2. E-Zigarette motiviert zum Ausstieg

 

Beide Studien kommen laut Wissenschaftlichem Dienst zu dem Schluss, dass

  • E-Zigaretten vorwiegend als Produkt für Rauchentwöhnung wahrgenommen werden;
  • 91,5 % der Nutzer ehemalige Raucher sind (UKE);
  • die Raucher, die sich zum Umstieg auf E-Zigaretten entschlossen haben, in der Regel zur Tabakentwöhnung besser motiviert sind als andere Raucher.

3. E-Zigaretten sind ein Produkt für erwachsene Raucher, kein Einstiegsprodukt

 

Laut Bericht führen die Studien an, dass

  • Konsumenten selbst betonen, dass die E-Zigarette ein Produkt für „volljährige rauchende Personen“ ist, nicht dagegen für Nichtrauchende und für Jugendliche;
  • die E-Zigarette wenig interessant ist für Nichtraucher oder Jugendliche und somit so gut wie nie als Einstieg genutzt wird;
  • kein kausales Verhältnis zwischen dem Konsum von E-Zigaretten und dem (Umsteigen zum) Tabakkonsum festgestellt werden konnte

4. E-Zigaretten deutlich gesünder als klassische Tabakprodukte

 

Da der weitaus größere Teil der Konsumenten ehemalige Raucher sind, werden die gesundheitlichen Folgen des Umstiegs laut den Studien auf E-Zigaretten als überaus positiv geschildert:

  • Die Hamburger Studie kommt zu dem Ergebnis, dass durch den Umstieg von Tabakprodukten auf E-Zigaretten gesundheitliche Verbesserungen sowie eine reduzierte Nikotintoleranz und
    -abhängigkeit wahrgenommen werden.
  • Probleme mit den Atemwegen hätten sich spürbar verringert, der Geschmackssinn habe sich verbessert, die Lebensqualität insgesamt sei gestiegen.
  • Nicht nur die gesundheitliche Gefahr durch das „Dampfen“, auch der Suchtdruck wird als deutlich geringer eingestuft.
  • Die Langzeitfolgen von Nikotin in E-Zigaretten auf die Gesundheit (Atemwege) seien noch ungeklärt.
  • Mit Blick auf die Gefahr einer Krebserkrankung lag das Risiko nach der PHE-Studie bei weniger als 0,5 Prozent.
  • Es gibt keine Gefahr durch Passivdampf

Auch die Handlungsempfehlungen der Studien für die Politik werden im Bericht genannt. Grundtenor: „Eine Regulierung zum Schutz ist o.k., eine Regulierung, die den Markt verschließt und zerstört, nicht.“ Hauptziel der Politik solle es sein, „das Rauchen zu reduzieren und Nichtraucher davon abzuhalten, zur E-Zigarette zu greifen“. Wichtigstes gesundheitspolitisches Ziel sei es, „Raucher zur Entwöhnung zu motivieren und sie zu unterstützen“.