Zollhund, Spürhund, Koffer, Anschlagen, Erkennen, Schmuggel
17.10.2016 Facts

Schmug­gel scha­det Mar­ken­her­stel­lern

Kein Her­stel­ler von Mar­ken­ar­ti­keln hat ein Inter­es­se dar­an, dass sei­ne Ware ille­gal ver­trie­ben wird. Die Tabak­wirt­schaft gegen Ziga­ret­ten­schmug­gel. Das Ziel: null Pro­zent.

Ein aktu­el­ler Arti­kel zeigt: Bedau­er­li­cher­wei­se lei­det die Betrach­tung der Rück­ver­folg­bar­keits­sys­te­me zur Ein­däm­mung von Ziga­ret­ten­schmug­gel unter vie­len Miss­ver­ständ­nis­sen. Grund genug für REE:THINK!, einen Fakten-Check zu machen.

 

Häu­fig hört man: Die Indus­trie habe „kein ech­tes Inter­es­se, Schmug­gel zu unter­bin­den“.

Fakt ist: Kein Mar­ken­her­stel­ler – egal ob Pro­du­zent von Sport­klei­dung, Desi­gner-Hand­ta­schen oder eben Tabak – hat ein Inter­es­se dar­an, dass sei­ne Ware ille­gal ver­trie­ben wird. Daher arbei­ten auch wir als Mar­ken­her­stel­ler bereits heu­te eng mit dem Zoll-Kri­mi­nal­amt zusam­men. Dafür gibt es bereits umfang­rei­che Anti-Schmug­gel-Ver­trä­ge mit der EU, die die Her­stel­ler deut­lich in die Pflicht neh­men:

  • Für beschlag­nahm­te Ware zah­len Mar­ken­her­stel­ler emp­find­li­che Stra­fen von bis zu 40 EUR pro Schach­tel.
  • Ein Con­tai­ner beschlag­nahm­ter Ware wür­de min­des­tens 1,5 Mio. EUR Stra­fe kos­ten.

Das allein ver­deut­licht, war­um die Her­stel­ler von Ziga­ret­ten alles dar­an set­zen, Schmug­gel zu ver­hin­dern.

 

Häu­fig hört man: „Wir brau­chen drin­gend ein Kon­troll­sys­tem, das unab­hän­gig von der Indus­trie arbei­tet.“

Fakt ist: Der Zoll als initia­les Kon­troll­sys­tem steht bei Her­stel­lern von Tabak­wa­ren in Deutsch­land prak­tisch neben der Ziga­ret­ten­ma­schi­ne. Und das ist gut so!

Die vier größ­ten Mar­ken­her­stel­ler von Tabak­wa­ren haben bereits umfas­sen­de Anti-Schmug­gel-Ver­trä­ge mit der EU abge­schlos­sen.

  • Laut Euro­päi­schem Amt für Betrugs­be­kämp­fung (OLAF) sind nur 2,5 % der beschlag­nahm­ten Ziga­ret­ten Pro­duk­te der vier größ­ten Tabak­wa­ren­her­stel­ler.
  • 85 % aller EU-Schmug­gel­wa­ren kom­men aus Nicht-EU-Län­dern. 

 

Häu­fig hört man: „Rege­lun­gen, die Tabak­schmug­gel erschwe­ren könn­ten, wur­den jüngst ver­schleppt und tre­ten erst 2019 in Kraft.“

Fakt ist: Das Haupt­pro­blem der EU-Rück­ver­folg­bar­keit ist die feh­len­de EU-Legis­la­ti­ve. Obwohl die Tabak­pro­dukt­richt­li­nie 2014/40/EU selbst seit April 2014 in Kraft ist, ist die beglei­ten­de Sekun­där­le­gis­la­ti­ve (Durch­füh­rungs­vor­schrif­ten) erst für Ende 2017 ange­kün­digt.

Die Ein­füh­rung der Rück­ver­folg­bar­keits­sys­te­me war ein wesent­li­cher Bestand­teil der EU-Ver­trä­ge zwi­schen Mar­ken­her­stel­lern und dem Euro­päi­schen Amt für Betrugs­be­kämp­fung. Aus­ge­hend von unse­ren Inves­ti­tio­nen schät­zen wir, dass die vier größ­ten Tabak-Unter­neh­men inzwi­schen gemein­sam bereits mehr als 500 Mil­lio­nen Euro in die gefor­der­ten Rück­ver­folg­bar­keits­sys­te­me inves­tiert haben.

Good to know“: Wäh­rend für ande­re Pro­duk­te nur der Her­stel­lungs­ort und das Her­stel­lungs­da­tum fest­stell­bar sein müs­sen, ist es für Tabak­wa­ren not­wen­dig, künf­tig sämt­li­che phy­si­schen Bewe­gun­gen und Ver­käu­fe nach­zu­voll­zie­hen und bis zur Ein­zel­han­dels­stel­le zu iden­ti­fi­zie­ren. Das sieht nicht ein­mal die EU-Richt­li­nie gegen gefälsch­te Medi­ka­men­te vor.