17.07.2019 Facts

Media­le Bericht­erstat­tung: E‑Zigaretten explo­die­ren, schäd­li­che Liquids? Fakten und Vor­wür­fe im Check

Warum explodieren E-Zigaretten? Immer wieder berichten Medien über Unfälle und Gefahren von E-Zigaretten. In der Berichterstattung ist es dann häufig nicht weit zur allgemeinen Schlussfolgerung, bei der sich auf die Frage fokussiert wird: Welche Risiken gehen von der E-Zigarette aus?

Diese Frage ist nicht nur berechtigt, sie ist auch wichtig. Doch in Europa gelten strenge Produktions- und Vertriebsstandards für E-Zigaretten und Liquids. Auch der Gesetzgeber in Deutschland hat bereits frühzeitig die Gefahren von illegalen Importgeräten erkannt. Im Tabakerzeugnisgesetz vom 25. Februar 2016 wird die E-Zigarette nicht nur in Bezug auf Inhaltstoffe, sondern auch in Bezug auf Produktionssicherheit streng reguliert.

Der Faktencheck für die häufigsten Vorwürfe

 

Vorwurf: Bei E-Zigaretten besteht Explosionsgefahr.

Fakt ist: In beinahe allen Fällen, von denen in den Medien zu lesen war, handelt es sich bei E-Zigaretten, die explodieren oder Feuer fangen, um Geräte, die nicht in der EU zertifiziert sind, oder um manipulierte Einzelkomponenten. Die Devices sind zumeist als Billigimport oder -produktion aus zum Beispiel Asien nach Europa gekommen.

In der EU sind sehr hohe Standards sowohl für die Produktion als auch für den Verkauf der Devices und Liquids verbindlich. Geräte, die in Deutschland vertrieben werden, müssen im Gegensatz zu billigen Importen diesen Anforderungen und Verordnungen entsprechen – und stellen somit für die Nutzer keine Gefahr dar. So hat es trotz millionenfacher Nutzung bei den handelsüblichen Geräten noch nie einen vergleichbaren Vorfall mit einer explodierenden E-Zigarette gegeben.

 

Vorwurf: E-Zigarettenliquids enthalten Propylenglykol und Glyzerin. Beim Verbrennen dieser Stoffe kann zudem das giftige Formaldehyd entstehen, das als krebserregend gilt.

Fakt ist: Propylenglykol kommt in der Herstellung einer ganzen Reihe von Produkten wie Zahnpasten, Mundwässern und auch Lebensmitteln zur Anwendung. Er gilt für die Verwendung in Lebensmitteln als unbedenklich. Dabei darf das pharmazeutische Propylenglykol nicht mit Industrie-Propylenglykol verwechselt werden, der unter anderem als Frostschutzmittel eingesetzt wird. In E-Zigaretten kommt Propylenglykol nur in pharmazeutischer Reinheit vor.

Glycerin wiederum ist nach EU-Öko-Verordnung sogar für Bioprodukte zugelassen und hat einen rein pflanzlichen Ursprung. Als Lebensmittelzusatzstoff E422 ist er für alle Nahrungsmittel allgemein zugelassen und es existiert keine Höchstmengenbeschränkung für seine Verwendung.

Hinsichtlich des Vorwurfes, beim Verbrennen würde das giftige Formaldehyd entstehen, verweist der Kardiologie und Forscher Dr. Konstantinos Farsalino darauf, dass E-Zigaretten nur dann hohe Menge dieses Stoffes freisetzen, „wenn sie trocken gedampft werden“. Unter normalen Nutzungsbedingungen seien die Emissionen laut Farsalino nur minimal – auch bei den sehr leistungsstarken Geräten der neueren Generation. Vor dem Trockendampfen können Verwender sich schützen, indem kontrolliert wird, ob noch ausreichend Liquid enthalten ist.

 

Vorwurf: Die Studienlage zu E-Zigaretten ist sehr vage und es ist daher schwer, verbindliche wissenschaftliche Aussagen zu treffen.

Fakt ist: Zur E-Zigarette werden regelmäßig Studien veröffentlicht, inzwischen sind es mehr als 9.000. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat mehrere unterschiedliche Untersuchungen zur E-Zigarette miteinander verglichen. Einige der hier vorgestellten Untersuchungen entkräften gängige Urteile gegenüber der E-Zigarette beziehungsweise verweisen auf die wenig faktenbasierte Qualität der Berichte zum Thema. So führt beispielsweise eine Studie der Universität Hamburg am Universitätsklinikum Eppendorf aus dem Jahr 2016 an, dass eine negative Berichterstattung möglicherweise zu einer ablehnenden Haltung in der deutschen Bevölkerung gegenüber E-Zigaretten geführt habe.

Im europäischen Ausland, hier vor allem in Großbritannien, widmet sich die Forschung in den letzten Jahren verstärkt der gesundheitlichen Einordnung der E-Zigarette. Die britische Gesundheitsbehörde (PHE) hatte bereits in ihrem Bericht von 2015 darauf verwiesen, dass E-Zigaretten einen wichtigen Beitrag zum Aufhören des Rauchens regulärer Zigaretten leisten können und zu 95 Prozent weniger schädlich sind als Tabakzigaretten und diese Einschätzung 2018 bekräftigt.

 

Fakten statt Vorwürfe – der Reemtsma-Qualitätsstandard

 

Das Qualitätsversprechen von Reemtsma für die E-Zigarette beinhaltet unter anderem:

  • Produktion und Kontrolle der Liquids in der EU: Die Liquids werden in der EU hergestellt und vor Auslieferung kontrolliert.
  • Liquids enthalten kein Diacetyl und keinen Zucker (Glucose): Beide Stoffe sind in Deutschland verboten, Importe und Urlaubsmitbringsel bergen hier häufig Unsicherheiten.
  • Reemtsma bietet alle Liquids auch ohne Nikotin an und unterstützt damit die Wahlfreiheit des Konsumenten zwischen nikotinhaltigen und -freien Varianten.
  • Sicherheit im Nikotinlevel bei E-Zigaretten mit Nikotin: Die Reemtsma-Produkte weisen einen stabilen Nikotingehalt auf, der dem auf der Verpackung ausgewiesenen Inhalt entspricht.

 

Zusätzlich setzt sich Reemtsma dafür ein, dass auch E-Zigarettengeräte in hoher und sicherer Qualität angeboten werden:

  • Die E-Zigarette myblu ist frei von Weichmachern (Phthalaten): Sogenannte Weichmacher im Plastik können insbesondere bei Billigimporten im Kontakt mit der Mundschleimhaut unerwünschte Stoffe abgeben.
  • Visueller Schutz vor „Trockendampfen“.

 

Fazit: Die Berichterstattung zur E-Zigarette ist häufig dominiert von Vorwürfen und Ängsten. Sie ist oft einseitig und von falschen Unterstellungen geprägt. Diese Tendenz beinhaltet immer auch eine Gefahr für den Nutzer, im Unklaren darüber zu sein, wie man sich einfach und effektiv beispielsweise vor explodierenden E-Zigaretten schützen kann. Damit E-Zigaretten ihr volles Potenzial entfalten können, ist es wichtig, neben allen Risiken auch die Fakten, die für diese Kategorie sprechen, zu berücksichtigen. Insbesondere Raucher, die von der klassischen Zigarette zu einer weniger schädlichen Kategorie wechseln möchten, können von Storys über Gefahren eher davon abgeschreckt sein. Ein Blick auf die Faktenlage aus externer, unabhängiger Forschung ist in jedem Fall zu empfehlen.