25.04.2018 Facts

E-Ziga­ret­ten-Talk in Ber­lin: Skep­sis gegen E-Ziga­ret­te muss abge­legt wer­den

Ein­hel­li­ger Kon­sens auf der am 23.04.18 in Ber­lin statt­ge­fun­de­nen Ver­an­stal­tung des New­s­por­tals eGa­ra­ge gemein­sam mit dem Bünd­nis für Tabak­frei­en Genuss: E-Ziga­ret­ten sind weni­ger schäd­lich als Tabak­zi­ga­ret­ten. Anwe­send waren unter ande­rem der dro­gen­po­li­ti­sche Spre­cher der Lin­ken, Nie­ma Movas­sat, und die Bun­des­ge­sund­heits­aus­schuss­mit­glie­der Dr. Wie­land Schin­nen­burg (FDP) sowie Alex­an­der Krauß (CDU).

Peter Hajek, Pro­fes­sor für Kli­ni­sche Psy­cho­lo­gie und Tabak­sucht-Exper­te an der Lon­do­ner Queen Mary Uni­ver­si­ty, sprach bei sei­ner Prä­sen­ta­ti­on von „guten Nach­rich­ten“ aus Groß­bri­tan­ni­en. Laut jüngs­ten Erhe­bun­gen gebe es unter den dor­ti­gen Rau­chern 2,9 Mil­lio­nen E-Ziga­ret­ten-Nut­zer, soge­nann­te Damp­fer, von denen 1,5 Mil­lio­nen sogar aus­schließ­lich auf die elek­tro­ni­sche Ziga­ret­te umge­stie­gen sei­en. Die E-Ziga­ret­te wer­de genutzt, um mit dem Rau­chen ganz auf­zu­hö­ren.

Hajek und die staat­li­che bri­ti­sche Gesund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on schät­zen die gesund­heit­li­chen Gefah­ren des Damp­fens im Ver­gleich zum Rau­chen min­des­tens 95 Pro­zent gerin­ger ein. Das Krebs­ri­si­ko der E-Ziga­ret­te lie­ge in Rela­ti­on bei nur 0,5 Pro­zent, beim Damp­fen wür­den über 4000 Schad­stof­fe weni­ger inha­liert wer­den.

Die skandinavische Alternative heißt Snus

Hajek gab zudem einen Ein­blick, wie stark die Aus­wir­kun­gen von Regulierung sind. Snus, der skan­di­na­vi­sche Kau­ta­bak, sei eben­falls eine Alter­na­ti­ve für Rau­cher. Schwe­den und Nor­we­gen, die bei­den Län­der, in denen Snus erlaubt ist, hät­ten einen beson­ders dras­ti­schen Rück­gang der Rau­cher­quo­ten ver­zeich­net, in Schwe­den auf zuletzt fünf Pro­zent.

Skepsis gegen E-Zigarette muss abgelegt werden

Nach allem, was Sie berich­tet haben, nach allem, was ich vor­her gele­sen habe, ist es so, dass Elek­tro-Ziga­ret­ten auch Scha­den anrich­ten, aber deut­lich weni­ger als klas­si­sche Ziga­ret­ten. Und da gibt es aus mei­ner Sicht kei­nen Grund, gegen die vor­zu­ge­hen“, sag­te der FDP-Gesund­heits­po­li­ti­ker Dr. Wie­land Schin­nen­burg, der die Par­tei im Gesund­heits­aus­schuss ver­tritt.

Nie­ma Movas­sat, der dro­gen­po­li­ti­sche Spre­cher der Lin­ken im Bun­des­tag, sag­te, die E-Ziga­ret­te wer­de haupt­säch­lich zur Ent­wöh­nung, nicht zum Ein­stieg genutzt.

Hajek beton­te zudem, dass es bis­lang kei­ne Hin­wei­se gebe, dass jugend­li­che Nicht­rau­cher  mit dem regel­mä­ßi­gen Damp­fen anfin­gen.

Tabak-Ziga­ret­ten sei­en ein Gate­way zur weni­ger schäd­li­chen E-Ziga­ret­te, nicht anders her­um. Dus­tin Dah­l­mann vom BfTG betont den bewuss­ten Umgang mit der E-Ziga­ret­te: Die E-Ziga­ret­te sei „bera­tungs­in­ten­siv“ und der von der Tabak­in­dus­trie unab­hän­gi­ge Fach­han­del die ers­te Anlauf­stel­le gera­de für den Rau­cher, der auf die E-Ziga­ret­te umstei­gen wol­le. Jedoch sei die Skep­sis in der deut­schen Poli­tik sehr aus­ge­prägt, obwohl Skan­di­na­vi­en und Groß­bri­tan­ni­en zei­gen, wie viel Alter­na­ti­ven zur Tabak­zi­ga­ret­te zum Rauch-Stopp bei­tra­gen.

 

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung BfTG e.V. https://www.presseportal.de/pm/118679/3925921