• Regulierung

Regulierungen

EU-Tabakproduktrichtlinie und Tabakerzeugnisgesetz

Die Stellungnahme von Reemtsma zur Verabschiedung des Tabakerzeugnisgesetz am 25. Februar 2016 finden Sie hier.

Viel wird über das neue Tabakerzeugnisgesetz geschrieben. Doch was sind die Fakten und wo beginnen die Mythen? Reemtsma bietet Ihnen hier einen Überblick.

Q: Die Tabakindustrie hatte zwei Jahre Zeit, sich auf EUTPD II vorzubereiten. Warum beschwert sie sich plötzlich? Druckvorlagen und Druckwalzen könnten schon längst vorbereitet sein, notfalls mit Platzhaltern.

A: Es stimmt, dass die neue Europäische Tabakrichtlinie (EUTPD II) im April 2014 verabschiedet wurde. Eine europaweite Umsetzung bis zum 20. Mai 2016 war hierbei eine Kernbedingung. Reemtsma hat sich daher wo immer möglich und sinnvoll auf eine 1-zu-1 Umsetzung der EUTPD II vorbereitet.

Nachdem im November 2015 die Europäische Union die notwendigen Durchführungsrechtsakte bekannt gab, hat Reemtsma soweit möglich mit der Produktionsumstellung begonnen. Tatsächlich hat die Europäische Union noch am 17.02.2016 weitere umzusetzende Druckvorgaben erlassen.

Hierbei kommt es darüber hinaus nicht auf die Größe des Unternehmens an, sondern auf die Produkt- und Markenvielfalt des Herstellers. Je größer diese Vielfalt ist, desto höher sind die Aufwände für die Umstellung der Produktion.

Im Bereich Zigaretten stehen vor allem drucktechnische Änderungen und damit verbunden hohe Aufwände an Designentwicklung, technische Repro und Druckformherstellung (Tiefdruck) im Mittelpunkt. Auf Grund der hohen Spezifika der Arbeiten lassen sich Kapazitätsengpässe bei den Zulieferern kurzfristig nicht lösen. Gutachter ermittelten einen notwendigen Umstellungszeitraum ab dem Tag der Rechtssicherheit von ca. 15 Monaten. Eine Umstellung der Druckwalzen „mit Platzhaltern“ ist technisch nicht möglich und keine Alternative, den Umstellungsprozess zu beschleunigen.

Q: Um Engpässen vorzubeugen, können Hersteller doch einfach vorproduzieren?

A: Eine gewisse Vorproduktion von bestimmten Produkten unterstützt vielleicht die Verfügbarkeit von ausgewählten Marken für kurze Zeit. Auf der anderen Seite ist Tabak ein Frischeprodukt. Und Gesetzgebung kann und darf nicht zu Lasten der Produktqualität gehen.

Q: Versucht die Tabakwirtschaft die Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie zu torpedieren, obwohl zwischen den Koalitionspartnern im Bund vereinbart ist, EU-Vorgaben 1:1 umzusetzen?

A: Im Gegenteil! Reemtsma stellt die 1-zu-1-Umsetzung der europäischen Tabakproduktrichtlinie nicht in Frage. Der ursprüngliche Gesetzentwurf des federführenden Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Sommer 2015 ging weit über eine 1-zu-1-Umsetzung hinaus und wurde daher von der Tabakwirtschaft kritisiert.

Reemtsma hat sich für eine inhaltliche 1:1-Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie bei betriebswirtschaftlich realistischen Umsetzungsfristen eingesetzt.

Q: Grundsätzlich ist doch nichts an einer Regulierung auszusetzen, sofern sie der gesellschaftlichen Gesundheit dient?

A: Das stimmt. Wir sind für freie Entscheidungen durch erwachsene Konsumenten. Regulierung sollte daher verhältnismäßig sein und den freien Wettbewerb respektieren. Dank eines hohen gesetzlichen Schutzniveaus für Kinder und Jugendliche in Deutschland wird der Erwerb von Tabakprodukten durch Minderjährige unterbunden. Unsere Position zum Jugendschutz finden Sie hier.

Die Frage ist also: Wo zieht eine Regulierung die Grenze beim Verkauf eines legalen Produktes an mündige Bürger? Und noch wichtiger, was kommt als Nächstes? Die Gesundheitsrisiken des Tabakkonsums sind bekannt. Genauso verhält es sich aber auch bei Alkohol, Zucker- oder Salzkonsum. Sehen wir also bald Warnhinweise auf Bierflaschen? Schockbilder auf Limonaden? Altersbeschränkungen für Fast Food?

Q: Die Tabakindustrie hat im Zuge der Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie mehrere Bundesländer auf ihre Seite gezogen. Was soll das?

A: In vielen Bundesländern finden sich Standorte der allem voran mittelständisch geprägten Tabakwirtschaft und den davon abhängigen Zulieferunternehmen der Druck- und Verpackungsindustrie. Diese Unternehmen haben selbstverständlich die betroffenen Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister über die unrealistischen Fristenregelungen im Tabakerzeugnisgesetz zum Nachteil der heimischen Wirtschaft informiert. Dabei wurde der grundsätzliche Regelungsinhalt des Tabakerzeugnisgesetzes nicht in Frage gestellt. Die Wirtschaftsminister der Länder haben in einem Beschluss der Wirtschaftsministerkonferenz im Sinne ihres Wirtschaftsstandorts gegenüber dem Bund für realistische Umsetzungsfristen plädiert und die 1-zu-1-Umsetzung nie in Frage gestellt.

Q: Es ist nicht plausibel, dass die Hersteller nicht in der Lage sein sollten, sich auf eine 1-zu-1-Umsetzung der EU-Vorgaben technisch einzustellen, obwohl vergleichbare Warnhinweise für im Ausland verkaufte Packungen gedruckt werden.

A: Die Tabakwirtschaft ist selbstverständlich in der Lage, sich auf eine Umsetzung der EU-Vorgaben technisch einzustellen. Jedoch ist der Aufwand und der für die Produktionsumstellung benötigte Zeitraum größer als die bislang vorgesehene Frist Zeit lässt. Es geht Reemtsma nicht darum, ob die EU-Vorgaben umgesetzt werden, sondern allein darum, in welchem organisatorisch möglichen Zeitrahmen.

Q: Zu Werbezwecken geben Hersteller permanent Sondereditionen heraus, für die auch Druckwalzen umgestellt werden müssen. Warum soll das jetzt nicht binnen weniger Wochen klappen?

A: Ein einzelnes Produkt umzustellen, stellt einen weit geringeren Aufwand da, als alle Produkte zu einem Stichtag umzustellen – wie durch die Tabakproduktrichtlinie vorgesehen. Die Tabakwirtschaft ist dabei auf wenige spezialisierte Zulieferer aus dem Maschinenbau und der Druckindustrie angewiesen, die alle gleichzeitig von der gesamten Branche nachgefragt werden. Diese Nachfragespitze führt zwangsläufig zu einem Auftragsstau, wodurch auch insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen benachteiligt werden.

Sie haben weitere Fragen oder Kommentare? Reemtsma ist auf Twitter: @reemtsma_itg

Karriere bei Reemtsma

Reemtsma bietet genau die richtige Mischung aus Herausforderung und Förderung. Egal on SIe nach dem Studium den Einstieg oder mit jeder Menge Berufserfahrung den Aufstieg suchen.
weiterlesen

REE:THINK – Onlinemagazin

Unsere Themen. Informationen und Denkanstöße aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.
Lesen und diskutieren Sie mit.
weiterlesen

EUTPD

Die EU-Tabakproduktrichtlinie - Was bedeutet sie für die Verbraucher?
weiterlesen

Werte

Unsere Werteorientierung
weiterlesen

Der Weg der Cigarette

Tabak gehört zu den ältesten Genussmitteln, die der Mensch kennt und kultiviert hat. Bereits in vorge- schichtlicher Zeit bauten Indios in Südamerika dieses Nachtschattengewächs an, das nur in den besonders sonnigen Regionen unserer Welt gedeiht.
weiterlesen

Pressemitteilungen

  • Stefanie Birtel neue Market Managerin bei Reemtsma16. Mai 2017
    Stefanie Birtel  

    Stefanie Birtel (40) wird zum 15. Juni 2017 die Position der Market Managerin Germany bei der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH in Hamburg übernehmen. Damit verantwortet sie alle Markt- und Vertriebsaktivitäten von Reemtsma im deutschen Markt. Stefanie Birtel wird an Vorstandssprecher und General Manager D-A-CH Michael Kaib berichten und leitet ein Team von mehr als 300 Mitarbeitern.

  • Reemtsma – bester Außendienst 201615. März 2017

    Hamburger Unternehmen gewinnt erneut „tip-Award“ in der Kategorie „Bester Außendienst“

    Reemtsma ist im deutschen Markt der beste Industriepartner des Handels. Insgesamt 15.000 Händler hatten auch in diesem Jahr die Möglichkeit, an einer Umfrage des DTV teilzunehmen. Der tip Award, kurz für tobacco important partners, wird jedes Jahr von der DTV DIREKT vergeben. Bei der Frage „Mit welchem Industrieaußendienst haben Sie 2016 die besten Erfahrungen gemacht?“ erhielt Reemtsma die meisten Nennungen und ist damit 2016 der „Beste Außendienst“.

  • Reemtsma bildet D-A-CH-Cluster29. September 2016
    REE D A CH  

    Steuerung der Mehrländer-Organisation von Hamburg aus

    Die Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH wird zum 1. Oktober 2016 die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz (D-A-CH) zu einer von Hamburg aus gesteuerten Mehrländer-Organisation zusammenfassen. General Manager des neu geschaffenen D-A-CH-Clusters wird Michael Kaib (58), der seit März 2016 die Position des General Manager Deutschland & Schweiz innehat.

  • Reemtsma auf der InterTabac 2016 22. August 2016
    InterTabac 2016  

    InterTabac 2016 – erleben Sie die ganze Welt von REEMTSMA

    Die InterTabac, weltgrößte und bedeutendste Messe für Tabakwaren und Raucherbedarf, findet vom 16. bis 18. September in den Westfalenhallen Dortmund statt.

Liberty Award 2017

Der Reemtsma Liberty Award würdigt den Einsatz mutiger Auslandsjournalisten, die sich mit ihrer Arbeit in außergewöhnlicher Weise für die Freiheit einsetzen. Der Preis wurde am 22. März 2017 zum 11. Mal verliehen.
weiterlesen