Pro­duk­te

Wie ei­ne Zi­ga­ret­te ent­steht – vom An­bau des Ta­baks bis zum Ver­kauf

Vom An­bau bis in den Han­del durch­läuft der Ta­bak ei­nen lan­gen Weg. Be­glei­ten Sie uns auf ei­ne span­nen­de Rei­se bis zur fer­ti­gen Zi­ga­ret­te: von den Fel­dern Vir­gi­ni­as bis zum Ver­pa­cken in der Fa­brik.

Ta­bak ge­hört zu den äl­tes­ten Ge­nuss­mit­teln, die der Mensch kennt und kul­ti­viert hat. Be­reits in vor­ge­schicht­li­cher Zeit bau­ten In­di­os in Süd­ame­ri­ka die­ses Nacht­schat­ten­ge­wächs an, das nur in be­son­ders son­ni­gen Re­gio­nen ge­deiht.

Um das Jahr 1560 trat der Ta­bak dann sei­nen Sie­ges­zug durch Eu­ro­pa an und ist heu­te das welt­weit am wei­tes­ten ver­brei­te­te Ge­nuss­mit­tel. Ta­bak wird in der Pfei­fe ge­raucht, ein­ge­hüllt in ein Deck­blatt als Zi­gar­re oder Zigarillo und – bei Wei­tem am häu­figs­ten – als Zigarette.

Doch bis zum Rauch­ge­nuss ist es ein lan­ger Weg: von der Aus­saat der win­zi­gen Ta­bak­sa­men über die Ern­te der Blät­ter, die Trock­nung und Fer­men­ta­ti­on, die Mi­schung und Auf­be­rei­tung bis hin zum Schnei­den und Um­hül­len des Ta­baks mit dem spe­zi­el­len Zigarettenpapier und schluss­end­lich zur Ver­pa­ckung und Aus­lie­fe­rung.

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Die drei Ta­baks­or­ten auf ei­nen Blick

 

Vir­gi­nia-Ta­bak

Der heiß­luft­ge­trock­ne­te, groß­blätt­ri­ge Vir­gi­nia-Ta­bak wur­de, wie sein Na­me ver­mu­ten lässt, erst­mals im US-Bun­des­staat Vir­gi­nia an­ge­baut. Dort ist er auch heu­te noch ein wich­ti­ger Teil der land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ti­on. In­zwi­schen wird Vir­gi­nia-Ta­bak auch in vie­len an­de­ren Re­gio­nen der Welt ge­pflanzt, in de­nen ge­nug Son­ne scheint.

Ori­ent-Ta­bak

Der Ori­ent-Ta­bak, der zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts den Zi­ga­ret­ten­ge­schmack do­mi­nier­te, ist ei­ne klein­wüch­si­ge, son­nen­ge­trock­ne­te Sor­te, die über­wie­gend in den Bal­kan­län­dern, in Mit­tel­asi­en und in klei­ne­rem Um­fang in Fern­ost und Afri­ka auf kar­gen, stei­ni­gen Bö­den ge­deiht.

Bur­ley-Ta­bak

Un­klar ist die Her­kunft des Na­mens beim luft­ge­trock­ne­ten Bur­ley-Ta­bak, ei­nem kräf­ti­gen, dun­kel­brau­nen Ta­bak. Ver­mut­lich gab ihm ein Pflan­zer in Ohio, der ihn als Ers­ter kul­ti­vier­te, sei­nen Na­men.

Al­les über An­bau und Ern­te von Ta­bak

Die Ta­bak­pflan­ze ent­wi­ckelt sich aus win­zi­gen Sa­men­kör­nern, 12.000 von ih­nen wie­gen ge­ra­de ein Gramm. Für die Saat wer­den die Sa­men mit Was­ser ver­mischt und in Saat­bee­te „ein­ge­gos­sen”, denn nur so ist ei­ne gleich­mä­ßi­ge Ver­tei­lung der Pflan­zen si­cher­zu­stel­len.

Nach fünf bis sechs Wo­chen kom­men dann die 16 bis 18 Zen­ti­me­ter ho­hen Setz­lin­ge vom Saat­beet auf die Fel­der, wo ge­nü­gend Platz vor­han­den ist, um sich zur vol­len Hö­he von bis zu zwei Me­tern zu ent­wi­ckeln. Auch da­bei braucht die Pflan­ze stän­dig in­ten­si­ve Pfle­ge. So muss die Erd­kru­me im­mer wie­der auf­ge­lo­ckert wer­den, da­mit die Wur­zeln mit ge­nü­gend Sau­er­stoff ver­sorgt wer­den. Zwei bis drei Mo­na­te braucht der Ta­bak im Feld zum Rei­fen. Den Rei­fe­grad und rich­ti­gen Zeit­punkt für die Ern­te er­kennt man an der Fär­bung der Blät­ter und ih­rer Zell­struk­tur.

Je­der Ta­bak braucht Pfle­ge

Der Bur­ley-Ta­bak un­ter­schei­det sich in ei­nem wich­ti­gen Punkt von sei­nen „Art­ge­nos­sen“: Als ein­zi­ger Ta­bak wird er als gan­ze Pflan­ze und nur in gro­ßen An­bau­ge­bie­ten ge­ern­tet. Da­ge­gen wer­den beim Vir­gi­nia- und Ori­ent-Ta­bak im­mer die un­te­ren Blät­ter ge­pflückt, so­dass sie in meh­re­ren Stu­fen, der Blatt­rei­fe fol­gend, ge­ern­tet wer­den. Ern­te­zeit ist im­mer der Hoch­som­mer, wenn die Son­ne ih­re gan­ze Kraft ent­fal­tet. Al­ler­dings be­ginnt die Ern­te der Ta­bak­blät­ter be­reits in den frü­hen Mor­gen­stun­den noch vor Son­nen­auf­gang.

Zwar wer­den in den USA und in Ka­na­da auch Ma­schi­nen ein­ge­setzt, aber in den meis­ten An­bau­ge­bie­ten ist die Ta­bak­ern­te heu­te noch Hand­ar­beit. Das gilt auch für die deut­schen Ta­bak­fel­der in der Ober­rhei­ni­schen Tief­ebe­ne, ei­nem der äl­tes­ten An­bau­ge­bie­te Eu­ro­pas.

Die Trock­nung des Ta­baks

Ta­bak ist nicht gleich Ta­bak. Je­de Sor­te be­darf des­halb auch ei­ner ganz be­son­de­ren Art der Trock­nung:

Sun cu­ring

Ori­ent-Ta­bak wird nach kur­zer Vor­trock­nung Blatt für Blatt auf lan­ge Schnü­re ge­zo­gen und an ei­nem luf­ti­gen Ort über­wie­gend in der Son­ne auf­ge­hängt. Die Ta­bak­gir­lan­den brau­chen dann et­wa vier Wo­chen Zeit zum Trock­nen beim so­ge­nann­ten „sun cu­rin­g“.

Flue cu­ring

Vir­gi­nia-Ta­bak wird da­ge­gen mit der Röh­ren­trock­nung, dem „flue cu­ring”, be­ar­bei­tet: Die Blät­ter wer­den in ei­nem Tro­cken­schup­pen auf­ge­hängt und mit hei­ßer Luft um­bla­sen, die durch ein Röh­ren­sys­tem ge­lei­tet wird. Ins­ge­samt dau­ert die Pro­ze­dur vier bis sie­ben Ta­ge

Bulk cu­ring

Die­se Pro­ze­dur ist et­was auf­wen­di­ger: Über ein ge­schlos­se­nes Hei­zungs- und Be­lüf­tungs­sys­tem wer­den Schwan­kun­gen der Au­ßen­tem­pe­ra­tur und der Luft­feuch­tig­keit aus­ge­gli­chen. Bei die­sem Trock­nungs­ver­fah­ren wird dann die ty­pi­sche oran­ge­gel­be Far­be des Vir­gi­nia-Blat­tes fi­xiert. Vier bis sie­ben Ta­ge dau­ert der Pro­zess.

Air cu­ring

Sechs bis acht Wo­chen hän­gen die gan­zen Pflan­zen des Bur­ley in luf­ti­gen Scheu­nen und Ver­schlä­gen, durch die im­mer ein leich­ter Wind weht. Dann hat das „air cu­ring” den Blät­tern ih­re ty­pi­sche Ka­kao­far­be und den eben­falls an Ka­kao er­in­nern­den Duft und Ge­schmack ver­lie­hen. Ei­ni­ge Ta­bak­ty­pen müs­sen nach der Trock­nung noch fer­men­tiert wer­den.

So funk­tio­niert die Fer­men­ta­ti­on

Bei der Fer­men­ta­ti­on, dem Gä­rungs­pro­zess, wird das ty­pi­sche Aro­ma des Ta­baks aus­ge­bil­det. Wäh­rend die­ses Fer­men­ta­ti­ons­vor­gan­ges, der meh­re­re Wo­chen dau­ern kann, wer­den Ei­weiß­stof­fe ab­ge­baut so­wie wei­te­re che­mi­sche Pro­zes­se durch­lau­fen. Da­durch wird die end­gül­ti­ge Ge­schmacks­ty­pik des Ta­baks ge­bil­det.

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Der Ein­kaufs­pro­zess – auf die rich­ti­ge Aus­wahl kommt es an

Die Ein­käu­fer wis­sen ge­nau, wor­auf es beim Ta­bak an­kommt. Sie se­hen, rie­chen und füh­len den Un­ter­schied, den die Rau­cher spä­ter ein­mal schme­cken wer­den. An die­ser Stel­le setzt be­reits die Qua­li­täts­prü­fung ein, denn Trock­nung und Fer­men­ta­ti­on sind für die Qua­li­tät des Ta­baks ent­schei­dend. Selbst in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Ta­baks­or­te gleicht ei­ne Par­tie nicht der an­de­ren. Der ge­trock­ne­te Ta­bak wird jetzt nach Qua­li­tät sor­tiert und ge­bün­delt, denn eben­so wie die Ta­baks­or­te be­stimmt die Gü­te der Blät­ter den Preis ei­ner Par­tie.

Die Ein­käu­fer su­chen da­bei ge­zielt die Blät­ter ei­ner Pflan­ze aus, die dann auch die er­for­der­li­che Ni­ko­tin- und Ge­schmacks­ty­pik ei­ner fer­ti­gen Par­tie er­ge­ben. Für den Ex­port der Ta­ba­ke wer­den die ein­zel­nen Ta­bak­par­ti­en entrippt, nach Reemts­ma-Spe­zi­fi­ka­ti­on ge­packt und von den Ex­per­ten über­prüft.

Ta­bak­kauf – mit Sorg­falt und Er­fah­rung aus­wäh­len

Die Qua­li­täts­kon­trol­le beim Ta­bak­kauf ist al­ler­dings nur der Be­ginn ei­ner Rei­he fort­wäh­ren­der Prü­fun­gen, de­nen der Ta­bak auf sei­nem wei­te­ren Weg zur Zi­ga­ret­te un­ter­zo­gen wird. Lan­ge vor der Ver­ar­bei­tung in der Reemts­ma Fa­brik wer­den die Ta­bak­par­ti­en mit mo­derns­ten Ana­ly­se­me­tho­den noch­mals un­ter­sucht und er­hal­ten ei­nen Steck­brief. Al­le Da­ten wer­den in ei­nem Com­pu­ter ge­spei­chert. Dies er­leich­tert die spä­te­re Ver­wen­dung beim Auf­bau von Mi­schungs­po­si­tio­nen.

Sind die Ein­käu­fer von der Qua­li­tät der Wa­re über­zeugt, wird der Han­del ab­ge­schlos­sen. Im Ori­ent reicht da­für wie seit Jahr­hun­der­ten der Hand­schlag zwi­schen Ein­käu­fer und Händ­ler. In den USA und in Ka­na­da, in In­di­en, Sim­bab­we und Ma­la­wi wech­selt der Ta­bak auf Auk­tio­nen den Be­sit­zer. In vie­len Her­kunfts­län­dern gibt es Zwi­schen­la­ger, in de­nen der Ta­bak vor der Ver­schif­fung im war­men Kli­ma sei­nes Her­kunfts­lan­des wei­ter rei­fen und sich „ent­fal­ten” kann.

Wir ha­ben was auf La­ger

Ta­bak­han­del war schon im­mer ein welt­wei­tes Ge­schäft – und so war Reemts­ma auch schon im­mer ein Glo­bal Play­er. Ein­ge­kauft wird der Ta­bak der­zeit in über 30 ver­schie­de­nen Län­dern, denn Reemts­ma Zi­ga­ret­ten sind ein welt­weit nach­ge­frag­tes Ge­nuss­mit­tel.

Ob in Bal­len von 20 bis 54 Ki­lo­gramm Ge­wicht und in Ju­te ver­packt – wie es beim Ori­ent-Ta­bak noch wie vor 100 Jah­ren üb­lich ist – oder in 200 Ki­lo­gramm schwe­ren Kar­tons: Der Ta­bak kommt per Schiff oder auf dem Land­we­ge aus der gan­zen Welt nach Ham­burg. Dort un­ter­hält Reemts­ma im Frei­ha­fen ei­nes der mo­derns­ten Roh­ta­bak­la­ger Deutsch­lands. Auf 30.000 Qua­drat­me­tern war­ten hier rund 30 Mil­lio­nen Ki­lo­gramm Ta­bak auf die Wei­ter­ver­ar­bei­tung. Das ist die Hälf­te des Be­stan­des, den Reemts­ma stän­dig ge­la­gert hält – und es ist den­noch nicht ge­nug für ei­ne Jah­res­pro­duk­ti­on. Al­lein in den deut­schen Pro­duk­ti­ons­stät­ten ver­ar­bei­tet Reemts­ma jähr­lich 40 Mil­lio­nen Ki­lo­gramm Ta­bak, und welt­weit sind es mehr als 240 Mil­lio­nen.

Je nach Typ bleibt der Roh­ta­bak sechs bis 24 Mo­na­te im La­ger. Da­bei reift er nach und ent­fal­tet sein vol­les Aro­ma. Im­mer wie­der kon­trol­lie­ren die Ex­per­ten von Reemts­ma in die­ser Zeit den Zu­stand der Blät­ter.

Ge­schmacks­sa­che

Ih­ren ty­pi­schen Ge­schmack ent­fal­ten Zi­ga­ret­ten durch die Aro­ma­viel­falt der un­ter­schied­li­chen Ta­baks­or­ten. Je­de Mar­ke hat ih­re ei­ge­ne, cha­rak­te­ris­ti­sche Mi­schung. Der leicht süß­li­che Ori­ent-Ta­bak run­det den aro­ma­ti­schen Vir­gi­nia-Ta­bak ab und der Bur­ley-Ta­bak ver­leiht der Mi­schung die „Wür­ze“, wie Salz und Pfef­fer ei­ner Spei­se.

Bis zu 50 ver­schie­de­ne Par­ti­en Ta­bak ge­hö­ren für ei­ne Zi­ga­ret­te von Reemts­ma in die Mi­schung. Die­sen „Blend” zu fin­den und sei­nen ty­pi­schen Ge­schmack dann bei un­ter­schied­lich aus­fal­len­den Ern­ten im­mer wie­der neu ab­zu­stim­men, ge­hört zu den wich­tigs­ten und schwie­rigs­ten Auf­ga­ben der Pro­dukt­ent­wick­lung.

Es ist ei­ne ganz ei­ge­ne Wis­sen­schaft, durch ver­schie­de­ne Mi­schun­gen im­mer wie­der neue Ge­schmacks­va­ria­tio­nen kre­ieren. Die Ex­per­ten von Reemts­ma ge­währ­leis­ten, dass die Kon­stanz der ein­zel­nen Ge­schmacks­kom­po­nen­ten und die da­durch be­währ­ten Kom­po­si­tio­nen er­hal­ten blei­ben.

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Im Werk: der Pro­duk­ti­ons­pro­zess

1. Ei­ne na­tür­li­che Mi­schung ist das Ge­heim­nis

Ist die rich­ti­ge Ta­bak­mi­schung zu­sam­men­ge­stellt, be­ginnt die ma­schi­nel­le Auf­be­rei­tung des Blatt­guts.

  • Im ers­ten Be­ar­bei­tungs­schritt wird der tro­cke­ne Roh­ta­bak in Was­ser­dampf ge­schmei­dig ge­macht. Das zu­sam­men­ge­press­te Blatt­gut löst sich von­ein­an­der und die Po­ren der ein­zel­nen Blät­ter öff­nen sich. So sind sie vor­be­rei­tet für die nächs­te Ver­ar­bei­tungs­stu­fe, das „Ca­sing“ (Um­hül­len). Die­ser Fach­be­griff be­schreibt das Be­sprü­hen der Blät­ter mit spe­zi­el­len na­tür­li­chen Würz­stof­fen, die durch die Po­ren in das Blatt ein­drin­gen, um den na­tür­li­chen Duft und Ge­schmack des Ta­baks voll zu ent­fal­ten. Auf Trans­port­bän­dern kom­men die Blät­ter in die Ca­sing-Trom­mel.
  • Für je­de Mar­ke gibt es hier spe­zi­el­le Würz­re­zep­tu­ren, de­ren ge­naue Zu­sam­men­set­zung die Her­stel­ler als Ge­heim­nis hü­ten. Für al­le Ge­würz­zu­ta­ten gilt je­doch, dass es sich aus­schließ­lich um na­tür­li­che und na­tu­ri­den­ti­sche Pro­duk­te han­delt. Auch die Blat­trip­pen sind wert­voll und wer­den auf­be­rei­tet. Mit der Rück­füh­rung der Rip­pe wird die Na­tur­bi­lanz wie­der­her­ge­stellt. Da­durch kön­nen die Ni­ko­tin- und Kon­den­sat­wer­te des Ta­baks ge­senkt wer­den.
  • Die ei­gent­li­che Mi­schung des Ta­baks fin­det in der Misch­box statt. Das Ver­fah­ren, das spä­ter je­der Zi­ga­ret­ten­mar­ke ih­ren stets un­ver­wech­sel­ba­ren Ge­schmack ga­ran­tiert, ha­ben Reemts­ma Tech­ni­ker in lan­gen Ex­pe­ri­men­ten ent­wi­ckelt. Ein Misch­wa­gen füllt da­bei La­ge für La­ge das Bo­den­band der Box. In ei­nem Ar­beits­gang kön­nen in der Box bis zu zehn Ton­nen Ta­bak ge­mischt wer­den.
  • Die­se Mi­schung läuft dann in gleich­mä­ßi­gen Ta­bak­schnü­ren auf meh­re­ren Bän­dern dicht ne­ben­ein­an­der her auf gro­ße, ro­tie­ren­de Käm­me zu, die die Blät­ter vom Band har­ken und zu ei­ner neu­en, lo­cke­ren Mi­schung ver­ei­nen. Die­ses Ver­fah­ren ga­ran­tiert, dass im­mer glei­che An­tei­le der un­ter­schied­li­chen Ta­bak­par­ti­en in den je­wei­li­gen mar­ken­ty­pi­schen Blend ge­mischt wer­den.

2. So wird ei­ne Zi­ga­ret­te draus

  • Jetzt end­lich, auf­be­rei­tet und gut ge­mischt, kom­men die Ta­bak­blät­ter un­ter das Mes­ser. In atem­be­rau­ben­der Ge­schwin­dig­keit und mit un­ge­heu­rer Prä­zi­si­on, wie sie nur mo­derns­te, elek­tro­nisch ge­steu­er­te Ma­schi­nen er­rei­chen kön­nen, wer­den die Blät­ter zer­teilt. Bis zu 3.600 Schnit­te pro Mi­nu­te schaf­fen die blitz­schnell ro­tie­ren­den Mes­ser der Ma­schi­ne. Sie schnei­den das Blatt­gut da­bei in ex­akt 0,75 Mil­li­me­ter brei­te Fa­sern – ei­ne Stär­ke, die bei Zi­ga­ret­ten den op­ti­ma­len Rauch­ge­nuss be­schert.
  • Doch be­vor aus dem ge­schnit­te­nen Ta­bak Zi­ga­ret­ten ge­dreht wer­den kön­nen, muss er noch ein­mal auf Soll­feuch­te ge­bracht wer­den. An­schlie­ßend wird der Rip­pen­schnitt zu­ge­fügt und die Mi­schung da­mit kom­plet­tiert. Da­nach war­ten die 80 bis 100 Ton­nen ei­ner Ta­ges­pro­duk­ti­on, je­de mar­ken­spe­zi­fi­sche Mi­schung für sich, in ge­schlos­se­nen Be­häl­tern.
  • Ein Si­gnal gibt den Weg frei für die voll­au­to­ma­ti­sche Zi­ga­ret­ten­pro­duk­ti­on. Der Com­pu­ter ruft die be­nö­tig­ten Men­gen der vor­be­rei­te­ten Mi­schun­gen aus dem La­ger ab und führt sie über Rohr­lei­tun­gen den Zi­ga­ret­ten­ma­schi­nen zu. Sie sind das Herz­stück der Fa­brik. In der Zi­ga­ret­ten­ma­schi­ne wird zu­sam­men­ge­führt, was zu ei­ner Zi­ga­ret­te ge­hört: der Ta­bak, das Zi­ga­ret­ten­pa­pier und bei Fil­ter­zi­ga­ret­ten die Strei­fen für das Mund­stück und den Fil­ter. Zu­erst spult das Pa­pier ab. Vier bis sechs Ki­lo­me­ter lang ist der Pa­pier­strei­fen auf ei­ner Rol­le, der so­ge­nann­ten „Bo­b­i­ne“. Das reicht für 15 Mi­nu­ten Pro­duk­ti­ons­zeit. Wäh­rend die Rol­le ab­läuft, prägt ei­ne win­zi­ge Druck­ma­schi­ne in ra­san­tem Stak­ka­to das je­wei­li­ge Mar­ken­zei­chen der Zi­ga­ret­te auf die Au­ßen­sei­te.
  • Ganz am Rand trägt gleich­zei­tig ein an­de­res Ag­gre­gat mil­li­me­ter­ge­nau ei­ne Leim­spur auf den Pa­pier­strei­fen auf. Auf das lau­fen­de Pa­pier­band wird jetzt die zu ei­nem Strang vor­ge­form­te Ta­bak­mi­schung ge­scho­ben. Ge­mein­sam glei­ten Pa­pier und Ta­bak in die For­mat­kam­mer. Hier wird der Ta­bak von dem Zi­ga­ret­ten­pa­pier um­hüllt und die Naht über­lappt und ver­klebt.

3. Mit Fil­ter oder oh­ne?

Ei­ne „Fil­ter­lo­se” ist an die­ser Stel­le des Pro­duk­ti­ons­we­ges fer­tig – doch mehr als 90 Pro­zent der Rau­che­rin­nen und Rau­cher grei­fen lie­ber zur Fil­ter­zi­ga­ret­te. Na­tür­lich gibt es auch für die­se Pro­duk­ti­on ei­ne aus­ge­klü­gel­te Ma­schi­ne. Da­bei wird der Strang in Zi­ga­ret­ten dop­pel­ter Län­ge ge­schnit­ten, die­se wer­den hal­biert und in der Mit­te wird ein Zi­ga­ret­ten­fil­ter dop­pel­ter Län­ge ein­ge­setzt. Mit Mund­stück­pa­pier um­wi­ckelt, wird die dop­pel­te Zi­ga­ret­te in der Mit­te durch­schnit­ten, be­vor ei­ne von ih­nen um 180 Grad in die rich­ti­ge Rich­tung ge­dreht wird, um sie für den Pack­vor­gang aus­zu­rich­ten.

4. Die Qua­li­tät muss stim­men

Voll­au­to­ma­ti­sche Sen­so­ren sor­gen da­für, dass je­de ein­zel­ne Zi­ga­ret­te ge­prüft wird. Zu­sätz­lich wer­den in der Pro­duk­ti­on der Reemtsma Cigarettenfabriken in en­gen Ab­stän­den Stich­pro­ben ent­nom­men. So lässt sich trotz ra­san­ter, au­to­ma­ti­sier­ter Ab­läu­fe die ty­pi­sche Qua­li­tät von Reemts­ma ga­ran­tie­ren. Nach fol­gen­den Kri­te­ri­en wird ge­prüft: Stimmt das Ge­wicht? Ist die Zi­ga­ret­te fest ge­füllt? Hat der Ta­bak ge­nü­gend Feuch­tig­keit? Und si­chert die Durch­läs­sig­keit des Fil­ters ein gleich­mä­ßi­ges Ab­bren­nen und da­mit auch den Wohl­ge­schmack der Zi­ga­ret­te?

5. Am Schluss wird al­les gut ver­packt

Auch das Ver­pa­cken der fer­ti­gen Zi­ga­ret­ten läuft au­to­ma­tisch. Grei­fer rol­len das Ein­schlag­pa­pier und die be­stimm­te An­zahl Zi­ga­ret­ten, Bän­der schie­ben die Pa­ckungs­zu­schnit­te drum her­um. Die Schach­teln, in Form, Far­be und Ge­stal­tung sicht­ba­re Zei­chen ih­rer Mar­ke, fal­ten sich zu­sam­men. Zum Schluss wird die Schach­tel mit ei­ner Schutz­fo­lie um­hüllt, um die Zi­ga­ret­ten frisch zu hal­ten. Die ge­sam­te Her­stell­ket­te und al­le da­bei ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en un­ter­lie­gen sorg­fäl­tig auf­ein­an­der ab­ge­stimm­ten Qua­li­täts­nor­men, de­ren strik­te Ein­hal­tung stän­dig über­prüft wird. So wer­den die ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten er­füllt, und vor al­lem wird si­cher­ge­stellt, dass Reemts­ma Pro­duk­te den Ge­nuss bie­ten, den die Rau­cher zu schät­zen wis­sen.

Reemts­ma legt bei den Ver­pa­ckun­gen Wert dar­auf, dass um­welt­ver­träg­li­ches Ma­te­ri­al ein­ge­setzt wird – ein wei­te­rer Bei­trag zum Um­welt­schutz.

6. Ver­steue­rung

Die Steu­er­ban­de­ro­le, die jetzt auf­ge­klebt wird, ga­ran­tiert, dass Ta­bak- und Mehr­wert­steu­er ab­ge­führt wer­den. Gut drei Vier­tel des End­prei­ses ei­ner Schach­tel ge­hen als Steu­er an das Fi­nanz­amt.