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Reemts­ma Liber­ty Award 2018 für Ber­li­ner Jour­na­lis­ten Micha­el Obert / US-Schau­spie­le­rin und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tin Robin Wright als Ehren­gast

Ber­lin, 22. März 2018 – Der Ber­li­ner Jour­na­list und Autor Micha­el Obert wur­de heu­te in Ber­lin mit dem Reemts­ma Liber­ty Award 2018 geehrt. Mit der Aus­zeich­nung wür­dig­te die Jury Oberts Repor­ta­ge „Die Men­schen­fän­ger“ (Süd­deut­sche Zei­tung Maga­zin, Nr. 23/2017). Der mit 15.000 Euro dotier­te Reemts­ma Liber­ty Award ehrt seit 2007 her­aus­ra­gen­de jour­na­lis­ti­sche Arbei­ten von Repor­tern und Kor­re­spon­den­ten deut­scher Medi­en im Aus­land, die sich in beson­de­rem Maße um die Frei­heit der Pres­se, der Gesell­schaft und damit um die Frei­heit jedes Ein­zel­nen ver­dient machen. Gro­ße Beach­tung fand neben der Preis­ver­lei­hung die Podi­ums­ge­spräch mit dem dies­jäh­ri­gen Ehren­gast, der „House of Cards“-Hauptdarstellerin Robin Wright. Gemein­sam mit dem US-Akti­vis­ten John Pren­der­gast und Jury-Mit­glied Tita von Har­den­berg sprach Wright über ihr Enga­ge­ment für Men­schen­rech­te. Der Reemts­ma Liber­ty Award fand 2018 vor dem Hin­ter­grund erschüt­tern­der Ereig­nis­se statt, wie der Ermor­dung von zwei Jour­na­lis­ten in EU-Mit­glieds­staa­ten in weni­ger als fünf Mona­ten: Ján Kuciak in der Slo­wa­kei und Daph­ne Carua­na Gali­zia in Mal­ta. Zudem sit­zen rund sechs Wochen nach der Frei­las­sung von Deniz Yücel nach wie vor rund 150 Jour­na­lis­ten und Medi­en­ver­tre­ter in der Tür­kei in Haft.

Die Repor­ta­ge „Die Men­schen­fän­ger“, in der Micha­el Obert sowohl den Kampf gegen als auch das Geschäft mit Schlep­per­ban­den in Liby­en in der Per­son eines Ein­zel­nen haut­nah por­trä­tiert, über­zeug­te die Jury des Reemts­ma Liber­ty Award 2018 vor allem durch den gro­ßen per­sön­li­chen Mut des Autors sowie durch das hohe Maß an jour­na­lis­ti­scher Qua­li­tät. Im Namen der gesam­ten Wett­be­werbs-Jury über­reich­te Juror Niko­laus Blo­me den Reemts­ma Liber­ty Award 2018 an den Preis­trä­ger Micha­el Obert. „Die Repor­ta­ge ‚Die Men­schen­fän­ger‘ von Micha­el Obert ist ein atem­be­rau­ben­des Stück Repor­ter-Jour­na­lis­mus. Micha­el Oberts Geschich­te von einem Brenn­punkt der Flücht­lings­kri­se zeugt nicht nur von gro­ßem per­sön­li­chen Mut, sie ist zugleich hoch­ak­tu­ell und span­nend – fast schon dreh­buch­ar­tig. Oberts Wahl einer sehr viel­schich­ti­gen, ambi­va­len­ten Haupt­fi­gur for­dert vom Leser eine direk­te Aus­ein­an­der­set­zung mit der Sache, die nie­man­den kalt las­sen dürf­te. Vor allem dar­in liegt die jour­na­lis­ti­sche Bril­lanz die­ser Arbeit, die in die­ser Form sel­ten zu fin­den ist.“

Der fei­er­li­chen Aus­zeich­nung Micha­el Oberts mit dem Reemts­ma Liber­ty Award 2018 ging eine Podi­ums­ge­spräch mit dem dies­jäh­ri­gen Ehren­gast Robin Wright und dem US-Akti­vis­ten John Pren­der­gast vor­an. Die 51-jäh­ri­ge Schau­spie­le­rin setzt sich aktiv für die Ver­tei­di­gung von Men­schen­rech­ten vor allem in Afri­ka ein. So fun­giert sie unter ande­rem als Spre­che­rin des 2007 von John Pren­der­gast gegrün­de­ten Enough Pro­ject, das für ein Ende von Gewalt und Geno­zid in afri­ka­ni­schen Kri­sen­ge­bie­ten ein­tritt. In die­sem Zusam­men­hang unter­stütz­te Robin Wright auch die Initia­ti­ve „Rai­se Hope for Con­go“ des Enough Pro­ject im Kampf gegen die Aus­beu­tung soge­nann­ter Kon­flikt­mi­ne­ra­li­en für moder­ne Elek­tro­nik­ge­rä­te und die damit oft ver­bun­de­nen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen vor Ort. Zudem hat Wright 2014 die Cha­ri­ty-Mode­mar­ke Pour Les Femmes gegrün­det, deren Erlö­se in die För­de­rung glei­cher Rech­te und Chan­cen für Frau­en im Kon­go flie­ßen.

Gün­ther Jauch führ­te die 300 Gäs­te aus Poli­tik, Medi­en und Kul­tur durch die zwölf­te Ver­lei­hung des Reemts­ma Liber­ty Award. Zur aktu­el­len Bedeu­tung des ein­zig­ar­ti­gen Jour­na­lis­ten­prei­ses sag­te Micha­el Kaib, Vor­stands­spre­cher von Reemts­ma: „2018 scheint der Reemts­ma Liber­ty Award aktu­el­ler und rele­van­ter denn je zu sein. Der poli­ti­sche Druck auf Medi­en wächst in immer mehr Staa­ten, Jour­na­lis­ten sehen sich immer öfter Anfein­dun­gen aus­ge­setzt und die gesell­schaft­li­che Funk­ti­on und Legi­ti­ma­ti­on frei­er Medi­en wird zuneh­mend in Fra­ge gestellt – auch in Deutsch­land. Eine freie und selbst­be­stimm­te Gesell­schaft ist ohne freie Medi­en, die nach den hand­werk­li­chen und mora­li­schen Grund­sät­zen eines pro­fes­sio­nel­len Jour­na­lis­mus arbei­ten kön­nen, jedoch undenk­bar. Die freie Welt braucht Qua­li­täts­jour­na­lis­mus, und des­halb braucht es den Reemts­ma Liber­ty Award.“

Der Reemts­ma Liber­ty Award ist die ers­te Aus­zeich­nung in Deutsch­land, die aus­schließ­lich den enga­gier­ten Ein­satz deutsch­spra­chi­ger Kor­re­spon­den­ten im Aus­land wür­digt. Anläss­lich der Preis­ver­lei­hung im Ber­li­ner Hotel de Rome hat­te Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger, die sich seit meh­re­ren Jah­ren unter ande­rem für terre des hom­mes enga­giert, einen exklu­si­ven musi­ka­li­schen Auf­tritt. Wei­te­re Nomi­nier­te für den Reemts­ma Liber­ty Award 2018:

Ange­la Köck­ritz (Freie Auto­rin und Pau­scha­lis­tin für DIE ZEIT) & Tho­mas Schif­fer­mann (DIE ZEIT)

Mar­cel Met­tel­sie­fen (Foto­jour­na­list, Doku­men­tar­fil­mer, Kriegs­be­richt­erstat­ter und Mit­her­aus­ge­ber des zenith Maga­zins)

Cars­ten Stor­mer (Frei­er Jour­na­list)

Vita des Preis­trä­gers:

Micha­el Obert, gebo­ren 1966 in Brei­sach am Rhein, stu­dier­te Betriebs­wirt­schaft und mach­te Kar­rie­re als Jung­ma­na­ger, bis er kün­dig­te und zu einer zwei­jäh­ri­gen Rei­se durch Latein­ame­ri­ka auf­brach. Anschlie­ßend begann er ein neu­es Leben als Buch­au­tor und Jour­na­list und berich­tet seit­her vor allem aus Afri­ka und dem Nahen Osten. Sei­ne Repor­ta­gen erschei­nen unter ande­rem in Süd­deut­sche Zei­tung Maga­zin, DIE ZEIT und ZEIT Maga­zin, GEO, Natio­nal Geo­gra­phic und Green­peace Maga­zin sowie in inter­na­tio­na­len Medi­en wie Sunday Times Maga­zi­ne (Lon­don), The Jour­nal (New York), Das Maga­zin (Zürich), GQ Fran­ce, Cour­ri­er Inter­na­tio­nal (Paris), Dagens Nærings­liv (Oslo) und Himal Sout­ha­si­an (Kat­man­du). Oberts Regie­de­büt „Song From the Forest“ (2013) wur­de mit meh­re­ren inter­na­tio­na­len Doku­men­tar­film­prei­sen aus­ge­zeich­net und schaff­te es 2016 in die Vor­auswahl zu den Oscars. Zwi­schen sei­nen Rei­sen lebt Micha­el Obert in Ber­lin. Mit­glie­der der Jury:

Prof. em. Dr. Gün­ter Ben­te­le (Uni­ver­si­tät Leip­zig), Susan­ne Bey­er (Stell­ver­tre­ten­de Chef­re­dak­teu­rin SPIEGEL), Niko­laus Blo­me (Stell­ver­tre­ten­der Chef­re­dak­teur BILD und BILD.de), Gero von Boehm (Autor, Regis­seur und Fern­seh­pro­du­zent), Ute Bru­cker (Lei­te­rin der SWR-Redak­ti­on Aus­land), Mat­thi­as For­n­off (Lei­ter der ZDF Haupt­re­dak­ti­on Poli­tik und Zeit­ge­sche­hen), Tita von Har­den­berg (Geschäfts­füh­ren­de Gesell­schaf­te­rin der Kobalt Pro­duc­tions GmbH), Hel­mut Mark­wort (Grün­dungs­chef­re­dak­teur FOCUS), Eve­lyn Roll (Lei­ten­de Redak­teu­rin Süd­deut­sche Zei­tung), Dr. Majid Sattar (Poli­ti­scher Kor­re­spon­dent Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung), Robert Skup­pin (Pro­gramm­chef Radio­eins (rbb)), Dr. Theo Som­mer (Lang­jäh­ri­ger Chef­re­dak­teur und Her­aus­ge­ber der ZEIT)

Zum Reemts­ma Liber­ty Award:

Frei­heit ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Sie muss jeden Tag aufs Neue ver­tei­digt wer­den. Des­halb hat Reemts­ma 2007 den Liber­ty Award ins Leben geru­fen. Zum zwölf­ten Mal wur­den am 22. März 2018 her­aus­ra­gen­de jour­na­lis­ti­sche Leis­tun­gen von Aus­lands­kor­re­spon­den­ten gewür­digt. Das The­ma Frei­heit prägt die Arbeit der Nomi­nier­ten für den Reemts­ma Liber­ty Award maß­geb­lich. Sie ver­tei­di­gen einen zen­tra­len Wert der Demo­kra­tie und leis­ten so einen wert­vol­len Bei­trag für die Gesell­schaft. Nur eine freie Bericht­erstat­tung ermög­licht es, sich eine freie Mei­nung zu bil­den. Die Bei­trä­ge der Nomi­nier­ten zeu­gen von hoher jour­na­lis­ti­scher Kom­pe­tenz, sorg­fäl­ti­ger Recher­che, fun­dier­tem Wis­sen sowie sprach­li­cher und hand­werk­li­cher Bril­lanz. Der Preis­trä­ger wird von einer unab­hän­gi­gen Jury aus­ge­wählt.

Wei­ter­füh­ren­de Links:

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www.picdrop.de/schroewig.com/JUxtKnLiy4, Foto­credit: Eva Oert­wig

Bei Fra­gen wen­den Sie sich bit­te an: Dore­en Neu­en­dorf      

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