E-Zigarette

E-Vaping: Der Markt heu­te und in Zukunft

Wor­auf kommt es bei E-Ziga­ret­ten an und wel­che Ent­wick­lung könn­te die Kate­go­rie neh­men?
Fünf Fra­gen an David O’Neill, Head of Next Gene­ra­ti­on Pro­ducts bei Reemts­ma

David O’Neill, gebür­tig aus Man­ches­ter (Fuß­ball-Fan – selbst­ver­ständ­lich), hat in Man­ches­ter Poli­tik­wis­sen­schaf­ten und Geschich­te stu­diert. Seit 2005 ist er inner­halb der Impe­ri­al Brands Group tätig, war 2008 in Bel­grad als Sales & Tra­de Mar­ke­ting Mana­ger für die Bal­kan-Regi­on zustän­dig und kam 2009 nach Ham­burg. Seit 2018 ver­ant­wor­tet er den Bereich Next Gene­ra­ti­on Pro­ducts für das Clus­ter D-A-CH & Nor­dics.

David, worauf kommt es bei E-Zigaretten an?

Die Kate­go­rie E-Ziga­ret­te ist noch sehr jung. Trotz­dem gibt es schon heu­te vie­le Anzei­chen dafür, dass die tabak­freie Alter­na­ti­ve sehr wert­voll für gesund­heits­be­wuss­te Rau­cher sein kann. Zahl­rei­che wissen­schaftliche Unter­su­chun­gen bestä­ti­gen dies und bestä­ti­gen der E-Ziga­ret­te eine gerin­ge­re Schäd­lich­keit als Tabak­rauch.

Umfra­gen zei­gen jedoch auch, dass das Wis­sen und damit auch das Ver­trau­en der Kon­su­men­ten zur E-Ziga­ret­te noch deut­lich aus­bau­fä­hig sind. Vie­le Rau­cher wis­sen noch gar nichts von der redu­zier­ten Schäd­lich­keit der E-Ziga­ret­ten. Hier sind Auf­klä­rung und Infor­ma­tio­nen sehr wich­tig.

Um das Ver­trau­en der Kon­su­men­ten in die jun­ge Kate­go­rie zu erhö­hen, soll­ten alle Her­stel­ler ver­läss­li­che Qua­li­täts­stan­dards hin­sicht­lich der Pro­dukt­si­cher­heit ein­hal­ten.

Ein zen­tra­ler Punkt ist der Jugend­schutz. E-Ziga­ret­ten kön­nen eine gute Alter­na­ti­ve für erwach­se­ne Rau­cher sein. Ganz klar ist aber auch: E-Ziga­ret­ten gehö­ren eben­so wie Tabak­pro­duk­te nicht in die Hän­de von Kin­dern und Jugend­li­chen.

Welche Entwicklung könnte die Kategorie nehmen?

Das Poten­ti­al der E-Ziga­ret­te ist sehr groß. Ana­lys­ten sagen für den welt­wei­ten Markt ein Wachs­tum von jähr­lich 15 bis 20 % vor­aus.

Der deut­sche Markt für E-Ziga­ret­ten ist, im Ver­gleich zu ande­ren Märk­ten wie in den USA, Frank­reich oder UK, noch deut­lich weni­ger aus­ge­prägt und klei­ner. Doch auch hier zeich­net sich schon ein deut­li­cher Trend ab: Wenn Kon­su­men­ten eine Alter­na­ti­ve zum Rau­chen suchen, ent­schei­den sie sich, Stand 2017, dop­pelt so häu­fig für tabak­freie Pro­duk­te wie die E-Ziga­ret­te als für neue tabak­hal­ti­ge Pro­duk­te.

Warum bringt Reemtsma erst jetzt eine E-Zigarette auf den Markt?

Inner­halb unse­rer Unter­neh­mens­grup­pe Impe­ri­al Brands sind wir über Fon­tem Ven­tures bereits seit 2009 erfolg­reich in den welt­weit größ­ten E-Ziga­ret­ten-Märk­ten aktiv und ver­fü­gen über Erfah­rung in die­ser Kate­go­rie, die fast genau­so alt sind, wie die­se Kate­go­rie selbst. Mit die­sem Wis­sen gehen wir jetzt in den deut­schen Markt.

Mit der myblu haben wir jetzt ein über­zeu­gen­des, leis­tungs­star­kes Pro­dukt für den wach­sen­den deut­schen Markt: myblu kom­bi­niert Kom­fort, Leis­tung und Life­style. Bis­her muss­ten sich Kon­su­men­ten von E-Ziga­ret­ten zwi­schen Grö­ße und Kom­fort bei geschlos­se­nen Sys­tem­ge­rä­ten ent­schei­den oder Leis­tung und Zufrie­den­heit mit grö­ße­ren offe­nen Sys­tem­ge­rä­ten sicher­stel­len.

Wie steht Reemtsma zum Kerngeschäft mit herkömmlichen Zigaretten und Feinschnitt?

Tabak ist noch immer unser Kern­ge­schäft. Jede ande­re Behaup­tung wäre eine rei­ne PR-Bot­schaft. Klas­si­scher Tabak macht heu­te cir­ca 97 % des deut­schen Mark­tes aus, 2 % ent­fal­len auf die E-Ziga­ret­te. Damit deu­tet im Markt nichts auf das Ende der klas­si­schen Ziga­ret­te hin. Aber alle Zei­chen ste­hen auf Viel­falt und den Wunsch des Kon­su­men­ten nach mehr Optio­nen und Aus­wahl.

Wie sollte eine künftige E-Zigaretten-Regulierung aussehen?

Als Reemts­ma unter­stüt­zen wir eine fun­dier­te, evi­denz­ba­sier­te und ver­hält­nis­mä­ßi­ge Regulierung. Dar­über hin­aus sind wir der Mei­nung, dass eine Regulierung dabei hel­fen kann, sicher­zu­stel­len, dass Kon­su­men­ten Zugang zu qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen und ver­trau­ens­wür­di­gen Pro­duk­ten haben.

Eine Regulierung soll­te sich auf klar defi­nier­te Pro­duk­ti­ons­stan­dards kon­zen­trie­ren, um deut­lich mehr Ver­brau­chern den Zugang zu hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ten zu ermög­li­chen. Des­halb arbei­ten wir über Fon­tem Ven­tures mit Nor­mungs­gre­mi­en zusam­men, um bei der Ent­wick­lung sol­cher Stan­dards zu hel­fen.